Ratgeber Zahnzusatzversicherung

Ratgeber Zahnzusatzversicherung

Strahlend gesunde Zähne sind nicht nur in optischer Hinsicht wichtig. Wenn Zahnfehlstellungen vorliegen oder gar Zähne fehlen, kann das Kauen oder die Sprache beeinträchtigt sein. Hinzu kommt, dass Verfärbungen oder schlecht sitzender Zahnersatz das Selbstbewusstsein schmälern und stigmatisierend wirken können. Mit einer gut auf den persönlichen Bedarf abgestimmten Zahnzusatzversicherung sind Sie bestens auf den Ernstfall vorbereitet und müssen sich nicht auf die Mindestversorgung der gesetzlichen Kassen verlassen. Die Auswahl eines hervorragenden Versicherers sowie eines passenden Tarifs sollten Sie aber nicht übereilen. Machen Sie sich mit den wichtigsten Begriffen vertraut, vergleichen Sie Leistungen und Preise und lesen das Kleingedruckte im Vertrag.

Mit Zahnzusatzversicherung Deckungslücken der gesetzlichen Krankenkasse schließen

Hochwertige Füllungen, Inlays, Implantate und Zahnersatz sind teuer, die GKV bezahlen jedoch nur einen „befundbasierten Festzuschuss“. Dieser ist bei jedem Patienten gleich hoch, er beträgt maximal 65 Prozent der Regelversorgung, die übrigen 35 Prozent müssen Sie selbst bezahlen. Umso hochwertiger die Materialien und umfassender die Leistungen, die Sie bei Ihrem Zahnarzt in Anspruch nehmen wollen, desto höher wird der Eigenanteil. Manche Zahnarztleistungen müssen Sie komplett aus eigener Tasche begleichen, dazu gehören etwa Zahnspangen für Erwachsene. Ein weiterer Kostenfaktor ist die Gebührenordnung für Zahnärzte, die Mediziner können seit 2012 noch höhere Honorare in Rechnung stellen. Eine Zahnzusatzversicherung macht sich in den meisten Fällen bezahlt. Wenn Sie jetzt über hohe Rücklagen verfügen, können diese im Alter längst aufgebraucht sein, zudem können Sie sich entscheiden, diese lieber für die Altersvorsorge oder andere Ausgaben zu verwenden. Vor allem für gesetzlich Krankenversicherte lohnt sich eine zusätzliche Absicherung. Aber auch, wenn Sie mehr wollen als die Regelversorgung, etwa optisch anspruchsvollere Lösungen oder hochwertige Materialien, sollten Sie sich für eine Zahnzusatzversicherung entscheiden. Steht Ihre Entscheidung fest, sollten Sie nicht zu lange warten. In jungen Jahren sind die Beiträge noch niedrig, die vertraglich vereinbarten Wartezeiten sind kein Problem. Auch das Ausfüllen des Gesundheitsbogens ist relativ einfach, wenn noch alle Zähne vorhanden und gesund sind. Mit steigendem Alter steigt der Verschleiß des Gebisses, auch das Risiko von Zahnerkrankungen oder Zahnverlust steigt mit jedem weiteren Jahr an.

Preis-Leistung: Den passenden Tarif finden

Finden Sie zunächst einen Versicherer oder einen Tarif, der alle Leistungen bietet, die Sie wünschen. Erst im Anschluss sollten Sie Preise vergleichen. Die Leistungen bei Zahnzusatzversicherungen sind äußerst vielfältig. Nach dem Bausteinprinzip können sie Leistungen aus drei verschiedenen Bereichen miteinander kombinieren.

  • Unter Zahnbehandlungen fallen etwa prophylaktische Maßnahmen wie professionelle Zahnreinigungen, aber auch Füllungen oder Wurzelbehandlungen.
  • Unter Zahnersatz fallen Kronen, Implantate, Brücken und Prothesen.
  • Wenn Sie kieferorthopädische Maßnahmen versichern lassen, sind etwa Zahnspangen enthalten.

Stellen Sie die einzelnen Elemente so zusammen, dass Sie zu Ihrem Bedarf passen. Jede Versicherung bietet Basisleistungen, daneben können Sie Ihren Schutz aber auch erweitern. Umso mehr Zusatzleistungen Sie mitversichern lassen, desto teurer wird der Beitrag. Für Kinder sollten Sie eine separate Police abschließen, damit die Kosten für Zahnspangen versichert sind. Daneben haben Sie die Auswahl zwischen Tarifen mit oder ohne Altersrückstellungen. Bei Tarifen mit Altersrückstellungen wird der monatlich gezahlte Beitrag aufgeteilt. Der eine Teil begleicht die laufenden Kosten, von dem anderen Teil werden finanzielle Reserven für das Alter angelegt. Diese sorgen dafür, dass die Beiträge mit steigendem Alter nur wenig ansteigen; zudem kalkuliert dieses Polster bereits steigende Gesundheitsausgaben in der Zukunft ein. Bei solchen Tarifen ist die Prämie etwas höher als bei Policen ohne Altersrückstellungen. Wenn Sie die Versicherung wechseln möchten, sollten Sie darauf achten, dass Sie die Rückstellungen mitnehmen können. Da dies meist nicht möglich ist, sollten Sie innerhalb der Versicherung den Tarif wechseln. Mit günstigen Tarifen können Sie kurzfristig zwar Geld sparen, da hier die Leistung aber nicht so umfangreich ist, müssen Sie bei umfangreichen Behandlungen mehr selbst bezahlen, als bei teureren Tarifen. Informieren Sie sich über bestimmte Tarife für Zielgruppen; Senioren, Auszubildenden oder Angstpatienten werden besondere Tarife angeboten. Bei verschiedenen Angeboten mit identischem Leistungsangebot sollten Sie Vergleichsrechner nutzen.

Versicherung abschließen: Wie viel wird erstattet?

Damit Sie nicht auf hohen Kosten sitzen bleiben, müssen Sie besonders auf das Erstattungsmodell achten. Die Versicherung sollte einen prozentualen Anteil von der Gesamtrechnung übernehmen. Achten Sie hierbei auf die Formulierung „Angemessenheit der Kosten“. Die Erstattung sollte außerdem unabhängig vom Festzuschuss der Kasse erfolgen. Abstand nehmen sollten Sie von Tarifen, deren Erstattung auf dem Festzuschuss basiert. Geld können Sie außerdem sparen, wenn Sie sich verschiedene Heil- und Kostenpläne erstellen lassen. Manche Zahnärzte bieten außerdem die Möglichkeit der Ratenzahlung.

Achtung Kleingedrucktes: Wartezeiten, Leistungsgrenzen und Ausschlüsse

Wenn Sie eine neue Versicherung abschließen, müssen Sie Wartezeiten einhalten. Während dieser Zeit können Sie keine Leistungen in Anspruch nehmen. Versicherer unterscheiden hier zwischen allgemeinen Wartezeiten – diese umfasst drei Monate und greift bei kleineren Zahnbehandlungen – und besonderen Wartezeiten. Diese betragen bis zu acht Monaten und umfassen umfangreichere Behandlungen und kieferorthopädische Maßnahmen. Daneben kann es während der ersten Beitragsjahre Leistungseinschränkungen geben. So kann hier die Anzahl der Implantate oder die Höhe der Erstattung eingeschränkt werden. Beachten Sie außerdem Ausschlüsse und Einschränkungen. Manche Versicherer berechnen einen Risikozuschlag bei fehlenden Zähnen oder Vorerkrankungen. Für Zähne, die bei Versicherungsabschluss bereits erkrankt sind, greift der Versicherungsschutz grundsätzlich nicht. Ausnahme bilden hier sogenannte Nachsorgetarife.

Versicherung kündigen oder wechseln

Immer dann, wenn sich Ihre Lebenssituation verändert, sollten Sie Ihre Zahnzusatzversicherung überprüfen. Wenn Sie einen Auslandsaufenthalt antreten, achten Sie darauf, dass Ihr Tarif einen entsprechenden Schutz enthält. Bei Familienzuwachs werden eventuell weitere Policen fällig. Auch bei Beitragssteigerungen sollten Sie erneut vergleichen. Wenn Ihre Versicherung die Prämie erhöht, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Schließen Sie Verträge mit Laufzeiten zwischen 12 und 24 Monaten ab, um flexibel zu bleiben. Kündigen Sie Ihre alte Versicherung erst, wenn Sie eine Zusage von ihrem neuen Versicherer erhalten haben. Achten Sie beim Wechsel vor allem darauf, dass keine neuen Wartezeiten anfallen. Alternativ wechseln Sie innerhalb des Versicherers in einen anderen Tarif. Bei dieser Variante können Sie außerdem Ihre Altersrückstellungen mitnehmen. Die neue Wartezeit gilt dann nur für die Mehrleistungen.

Checkliste für den Abschluss

  • Analysieren Sie Ihren persönlichen Bedarf und stellen Sie anschließend eine Police mit verschiedenen Bausteinen zusammen. Stimmt die Basisleistung oder benötigen Sie weitere Zusatzleistungen? Sind auch teure kieferorthopädische und prophylaktische Behandlungen mitversichert?
  • Vergleichen Sie das Preis-Leistungsverhältnis verschiedener Versicherer und Tarife. Nutzen Sie zu diesem Zweck Vergleichsrechner, mit dem Sie verschiedene Filtermöglichkeiten ausprobieren können. Gehören Sie einer bestimmten Zielgruppe an? So können Sie Geld sparen.
  • Lesen Sie sich durch, wie viel erstattet wird. Achten Sie darauf, dass die Gesamtrechnung und nicht der Festzuschuss als Bezugsgröße herangezogen wird. Die prozentuale Erstattung sollte bei mindestens 70 Prozent liegen. Gute Anbieter leisten sogar bis zu 80 oder 100 Prozent. Die Leistungen sollen kassenunabhängig sein, so stellen Sie sicher, dass Sie Ihr Geld auch dann erhalten, wenn die GKV nichts bezahlt. Vom Arzthonorar sollte der Höchstsatz der Gebührenordnung erstattet werden (GOZ: 3,5-facher Satz), sehr gute Tarife leisten auch darüber hinaus.
  • Achten Sie auf Leistungsausschlüsse und Höchstgrenzen. Gelten Höchstgrenzen für bestimmte Behandlungen? Wenn ja, sollten diese möglichst hoch angesetzt sein. Gute Tarife verfügen über keine langfristige oder dauerhafte Leistungsbegrenzung. Bei Inlays und Implantaten sollte es grundsätzlich keine Anzahlbegrenzungen und Erstattungsgrenzen geben.
  • Nehmen Sie sich Zeit für die Gesundheitsfragen. Machen Sie hier unbewusst Fehler, kann die Versicherung im Leistungsfall die Zahlung verweigern. Beraten Sie sich mit Ihrem Zahnarzt. Bei vielen fehlenden Zähnen oder einer Zahnerkrankung sollten Sie außerdem ein Zahnzeugnis erstellen lassen. Ein guter Versicherer formuliert die Gesundheitsfragen einfach und unmissverständlich.
  • Ziehen Sie unabhängige Tests etwa der Stiftung Warentest heran. In diese Bewertungen gehen meist auch andere Kriterien wie etwa die Servicequalität ein.