Zum Jahreswechsel wieder Beitragsanpassungen der Versicherer: Lohnt der Wechsel?

Pünktlich zum Jahreswechsel erhalten viele Versicherte wieder Post, in der Beitragserhöhungen angekündigt werden. Doch diese müssen nicht hilflos hingenommen werden. Wer jetzt klug handelt, vergleicht und abwägt, profitiert mitunter sogar von günstigeren Tarifen.

Beitragsanpassungen sind nicht beliebig. Vor höheren Beiträgen muss ein unabhängiger Treuhänder oder Aktuar überprüfen, ob objektive Gründe für eine Erhöhung sprechen. Ein wesentlicher Grund könnte beispielsweise in einer Novellierung der Gebührenordnung der Zahnärzte (GOZ) bestehen, wie sie zum letzten Mal im Januar 2012 stattfand. Versicherte, die Post erhalten haben, sollten zunächst ihren Vertrag zur Hand nehmen und überprüfen, ob der Tarif noch zu den individuellen Bedürfnissen passt. Wenn einzelne Leistungsbereiche oder Teilleistungen, zum Beispiel bei Implantaten, begrenzt oder ausgeschlossen sind oder der Leistungsumfang bei insgesamt weniger als 70 Prozent liegt, kann ein Wechsel des Versicherers lohnen. Aber nur, wenn die neue Zahnzusatzversicherung ohne größere Schwierigkeiten zu bekommen ist, sollte ein Wechsel in Betracht gezogen werden. So müssen erneut umfangreiche Gesundheitsfragen beantwortet werden, zudem kann ein höheres Lebensalter zu gestiegenen Beiträgen führen. Auch Leistungsstaffellungen und Wartezeiten sind bei einem Versicherungswechsel üblich, anstehende Zahnbehandlungen sollten also noch vor dem Vertragsabschluss in Angriff genommen werden. Daneben gehen Altersrückstellungen beim alten Anbieter verloren.

Dies sollten Versicherte beachten

Wenn Beitragserhöhnungen geplant sind, haben Versicherte ein Sonderkündigungsrecht, in diesem Fall kann ein alter Vertrag innerhalb von vier Wochen gekündigt werden. Außerhalb dieses Rechts beträgt die Kündigungsfrist in der Regel drei Monate bis zum Ende des Geschäftsjahres. Doch auch diese kann nur wahrgenommen werden, wenn die festgelegte Mindestvertragsdauer bereits abgelaufen ist. Diese beträgt bei vor dem Jahr 2008 geschlossenen Verträgen drei Jahre, danach abgeschlossene Policen weisen eine zweijährige Mindestlaufzeit auf. Eine Alternative zur Kündigung besteht in der Umtarifierung, auf die alle Versicherten Anspruch haben. Nachdem alle Tarife des aktuellen Anbieters miteinander verglichen wurden, sollte die Kontaktaufnahme erfolgen. Vor einer Umstellung auf einen anderen Tarif sollte sichergestellt sein, dass Altersrückstellungen übernommen werden, etwa in Form von monatlichen Rabatten und der Zahnstatus aufgenommen wird, der bei Abschluss des alten Vertrags festgestellt worden ist. Um Lücken im Versicherungsschutz zu vermeiden, sollte vor der Kündigung der neue Vertrag angefordert und sorgfältig geprüft werden.